Alle Vorträge finden in Hörsaal N-2045 (Informatik-Gebäude) statt; Beginn ist jeweils um 18:00 Uhr.

22.10.2026:  „350 Millionen Jahre Entwicklung des Bayerischen Alpenvorlandes – vom Erdaltertum bis zur Eiszeit“
Vortragender: Vortrag Prof. i.R. Dr. Herbert Scholz, TU München, LSt. f. Ingenieurgeologie


Die hügelige Landschaft  des Alpenvorlandes wird von den größtenteils relativ jungen Gesteinen der Molasse aufgebaut, die stellenweise von eiszeitlichen Ablagerungen überdeckt werden. Seit man im Molassebecken nach Erdöl, Erdgas und Thermalwasser bohrt, weiß man, dass unter diesen kaum mehr als 30 Millionen Jahren alten Ablagerungen Gesteine des Jura und der Trias liegen, die zwischen 140 und 230 Millionen Jahre alt sind, wie sie auch in der Schwäbischen Alb und im Schwäbisch-Fränkischen Stufenland zu finden sind. Und diese wiederum liegen auf Kristallingesteinen, die im Erdaltertum entstanden sind, vor mindestens 350 Millionen Jahren. Im Rahmen dieses Vortrages wird der Geschichte, den tektonischen Strukturen, aber auch den Lagerstätten mineralischer Rohstoffe nachgespürt, die im Alpenvorland zu finden sind. 
 

12.11.2026: „Landschaftswasserhaushalt und Schwammregionen – Hydrologische Prozesse und Wege in die Praxis“ 
Vortragender: Vortrag Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rieger,  TH Deggendorf, Wasserbau u. Wasserwirtschaft


Längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und gleichzeitig zunehmende Starkregenereignisse stellen den Landschaftswasserhaushalt vor neue Herausforderungen. Der Vortrag zeigt, wie das Konzept der „Schwammregion“ dazu beitragen kann, Wasser stärker in der Landschaft zurückzuhalten und den natürlichen Wasserhaushalt zu stärken. Anhand hydrologischer Prozesse wird erläutert, wo Maßnahmen in Boden, Flur, Wald, Gewässern und Siedlungen ansetzen können. Aktuelle Untersuchungen der Technischen Hochschule Deggendorf verdeutlichen Möglichkeiten, aber auch Grenzen dezentraler Rückhaltemaßnahmen. Praxisbeispiele aus den bayerischen Schwammregionen geben ergänzend Einblick in konkrete Wege der Umsetzung. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Forschung, Planung und regionale Akteure zusammenspielen müssen, damit aus einzelnen Maßnahmen langfristig klimaresilientere Landschaften entstehen.

26.11.2026: „Transformationen in Nordafrika nach der Arabellion – Der Fall Libyen“ 
Vortragender:  Prof. i.R. Dr. Dr. h.c. Andreas Dittmann,  Justus-Liebig-Univ. Gießen, Anthropogeographie u. Geograph. Entwicklungsforschung

Seitdem Libyen 2011 in den Strudel der sogenannten ‚Arabellionen‘ geriet, kam das Land nicht mehr zur Ruhe und verwandelte sich von einem der ressourcenreichsten Länder Afrikas zu einem Failed State. Nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi gestalteten sich der Transformations- und Demokratisierungsprozess besonders schwer. Ein Bürgerkrieg spaltete das Land in zwei Lager, Ost- und West-Libyen, und ließ zahlreiche Milizen gedeihen. Erdöl und Wüste charakterisieren weiterhin die wichtigsten Entwicklungsparameter des Landes. Dabei lassen die im August 2026 von der UN geforderten Wahlen mit etwas Hoffnung in die Zukunft blicken.

Veranstaltungen Wintersemester 2026/27
Schwäbische Geographische Gesellschaft
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